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Die
Pflanzenwelt der Wacholderheiden wird neben den standörtlichen Faktoren maßgeblich
durch den selektiven Fraß der Schafe mitbestimmt. Zu den vom Schaf verschmähten
und deshalb auf den Heiden vorherrschenden Pflanzenarten gehören die bitter schmeckenden
Enzianarten. Einige, aufgrund ihres Gehaltes an ätherischen Ölen scharf schmeckende,
Pflanzen werden von den Schafen ebenfalls gemieden, beispielsweise der Feld-Thymian,
der Gewöhnliche Dost oder der Wermut. Durch giftige Inhaltsstoffe schützen sich
die Weiße Schwalbenwurz, die Stinkende Nießwurz, die Gewöhnliche Küchenschelle
oder Wolfsmilch-Arten. Die
geschützte Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) bereichert mit ihren auffallenden
Blüten manche Kalkmagerrasen im zeitigen Frühjahr, wenn die übrige Vegetation
der Heide sich noch in bräunlichen Farbtönen präsentiert.
Mit Dornen,
Stacheln oder Nadeln verschaffen sich die wichtigsten Sträucher der Heide Schutz
vor dem Gefressenwerden. Allen voran ist der Trockenheit ertragende Wacholder
zu nennen, daneben die Schlehe, der Echte Kreuzdorn, die Berberitze, Weißdorn-Arten
sowie Wildrosen sind hier zu nennen. Unter den bewahrten krautigen Pflanzen der
Schwäbischen Alb genießt die Silberdistel die größte Popularität, ferner finden
sich die Golddistel sowie die Stengellose Kratzdistel. Aufgrund
unterschiedlicher standörtlicher Bedingungen sowie einer differenzierten Beweidung
können sich in Wacholderheiden vielfältige Mosaike und Übergänge verschiedener
Pflanzengesellschaften vorfinden. In gut beweideten Bereichen ist die maßgebliche
Pflanzengesellschaft der Enzian-Schillergrasrasen. In diesem treten Grasarten
gegenüber krautigen Pflanzen zurück. Einige Gräser, z.B. die Fiederzwenke, das
Pyramiden-Schillergras oder der Schafschwingel sind allerdings besonders typisch
für diese beweideten Flächen. In den meist kargen, kurzrasigen Beständen finden
viele lichtliebende Pflanzenarten ein Auskommen, so beispielsweise die Karthäuser-Nelke
oder das Schopf-Kreuzblümchen.
Verbuschte Bereiche von Wacholderheiden werden vor allem
von zwei Pflanzengesellschaften eingenommen, dem Hundsrosen-Wacholdergebüsch und
dem Schlehen-Ligustergebüsch. Diesen randlich vorgelagert sind meist wärmeliebende
Blutstorchschnabel-Säume mit auffällig blühenden Stauden. Auf sehr flachgründigen,
skelettreichen Böden oder wo der blanke Fels an die Oberfläche tritt, siedeln
sich Pflanzen thermophiler Kalkfelsgrus-Gesellschaften an, die ebenfalls licht-
und wärmebedürftig sind. |